ISO 9000 Normenreihe

Die ISO 9000 Normenreihe beschäftigt sich mit Qualitätsmanagement (QM). Neben der Bedeutung, die ihr heute zukommt, ist vielleicht ihr historisches Zustandekommen ein wertvoller Hinweis auf die Notwendigkeit einer Normenreihe, die sich mit Qualität beschäftigt.

Qualität braucht Definition

Von den USA und Japan ausgehend entwickelten sich erste Überlegungen, wie Qualität zu definieren sei und wie sich diese ohne ständige Mehrfachkontrollen darstellen ließe. Eine der heute maßgeblichen Ideen für moderne Management-Philosophien brachte auch Grundlagen für die heutige ISO 9000 Normenreihe hervor. Hier geht es um die ständige Verbesserung aufgrund neuer Erkenntnisse, die sich aus der Vergangenheit ergeben. So beschäftigt sich nicht nur das japanische Kaizen (Kai = Veränderung, Wandel; Zen = zum Besseren), sondern ebenso die 9000er ISO-Reihe mit dem Streben nach permanenter Verbesserung. Auch bei der Arbeitssicherheit.

Qualitätsmanagement kennt Dimensionen

Qualitätsmanagement wirkt stets ganzheitlich und ist multidimensional. Es reicht nicht, allein auf das gute Ergebnis in der Produktion zu blicken. Ist der Herstellungsprozess für die Arbeitnehmer gefährlich oder giftig, besteht hier im Sinne des Qualitätsmanagements dringender Handlungsbedarf. Eine der drei Dimensionen im QM heißt Strukturqualität. Hier finden sich die Arbeitnehmer und Angestellten zuerst wieder. Insgesamt ergibt sich aus dem QM nach ISO-Norm ein Zusammenspiel dreier Komponenten, die zwar unabhängig voneinander betrachtet werden, voneinander jedoch kaum vollständig zu lösen sind: Neben der schon genannten Strukturqualität, die sich beispielsweise mit baulicher, personeller oder der finanziellen Ausstattung eines Betriebes beschäftigt, werden der Prozess sowie das Ergebnis näher beleuchtet.
Die Prozessqualität ist im Hinblick auf die Arbeitssicherheit nicht weniger wichtig als die Strukturqualität: Sind zu wenige Arbeiter vorhanden, um ein angestrebtes Unternehmensziel zu erreichen, kann dies unangenehme Auswirkung auf die Gesundheit der Beschäftigten haben. Ebenso verhält es sich allerdings auch, wenn der (Herstellungs-)Prozess mit gesundheitlichen Folgen für die Mitarbeiter verbunden ist. Denken wir nur einmal an die Arbeiter in der Chemie: Würden hier keine hochwirksamen Schutzmaßnahmen für die Arbeitnehmer greifen, wären diese hoffnungslos verloren. Die Ergebnisqualität vergleicht zuletzt das erreichte mit dem angestrebten Ziel in allen Bereichen.

Was liefert die ISO-Norm?

Die ISO 9000 Normenreihe schlägt verbindliche Richtlinien vor, an denen sich ein erfolgreiches Qualitätsmanagement zu orientieren hat. Für manche Branche ist QM vorgeschrieben – in weiten Teilen der Medizin zum Beispiel oder auch in der Pädagogik – andere Branchen unterziehen sich freiwillig dieser zwar anstrengenden, aber erfolgreichen Maßnahme zur Verbesserung. Der Qualitätsbegriff ist niemals eine Entscheidung »von oben«, wenn nach den Maßgaben der ISO-Norm gehandelt wird. Kernpunkt des QM ist in allen Bereichen die sogenannte Evaluation (Analyse mit anschließender Bewertung). Ziele, Leitbild, angestrebte Entwicklungen u.a. werden hier überprüft, um festzustellen, ob sie noch aktuell sind und/oder erreicht wurden. Die Evaluation stellt das eigentliche Verbesserungsbestreben dar. Um hier zu tragfähigen Aussagen zu kommen, ist immer auch die Befragung der Beschäftigten einzuplanen. Wurden beispielsweise seitens der Mitarbeiter Mängel bei der Arbeitssicherheit festgestellt, ist hier (spätestens) Gelegenheit, diese aufzuzeigen.
Einen weiteren zentralen Punkt im QM nimmt das Qualitätshandbuch ein. Hier wird für jeden Betrieb und sämtliche Abteilungen exakt festgelegt, was in welchen Fällen zu geschehen hat. Ein Beispiel: Wer wird im Falle eines Arbeitsunfalls informiert, wo befindet sich das zuständige Krankenhaus usw. In regelmäßigen Abständen muss das Wissen der Mitarbeiter und Vorgesetzten in diesen wesentlichen Punkten überprüft werden. Dazu sieht das QM nach ISO-Norm unterschiedliche Maßnahmen vor: das interne oder das externe Audit (Anhörung).

Die ISO-9000-Normenreihe im Überblick

  • EN ISO 9001: Sie formuliert die Mindestanforderungen an ein Qualitätsmanagement.
  • EN ISO 9004: Diese Einzelnorm stellt den Leitfaden zur Effizienzsteigerung im Qualitätsmanagement dar.
  • EN ISO 19011: Eine Anleitung für Audits: Nach welchen Prinzipien müssen Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme im Rahmen der ISO 9000 überprüft werden.
  • Zuletzt ergänzt die EN ISO/IEC 17021 die ISO-9000-Normenreihe um die Konformitätsbewertung.

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